SEV & DB – Die Hinfahrt 1v2

Ich hab ihn ausprobiert, den SEV* (Schienenersatzverkehr) und was soll ich sagen, dieser ist voll und ganz auf Bahn Niveau.
Schlecht, ungemütlich, vollkommen ausgelastet und relativ unflexibel. Das soll man nun min weitere 30 Wochen so laufen? Ich glaube da kann man mich dann irgendwann einweisen.

*SEV (Schienenersatzverkehr)
Um mal zu erklären warum hier so etwas und vor allem so lange durchgeführt wird. Es ist so das hier die Bahn eine neue ICE Strecke baut und aufgrund der angeblichen Schwierigkeiten beim Bau die Strecke für min 34 Wochen gesperrt werden muss. Nun ja man hätte auch eine andere Trassenführung verwenden können.

Aber ich fange mal an von vorne zu erzählen.
Als erstes musste ich mich durch die längere Fahrtzeit, welche der SEV benötigt ca. 20 min früher aus den Federn quälen. Nun das ist halt jetzt mal so, ist zwar ziemlich blöde, aber muss man wohl oder übel mal hin nehmen.
Morgens zum starten am Bahnhof angekommen, standen auch schon mal zwei Busse ohne irgendwelche Hinweise, einfach so herum. Daneben zwei Bahnmitarbeiter (Ich denke mal das waren welche, denn Sie hatten so Warnwesten mit DB Aufschrift an). Die zwei unterhielten sich miteinander, zogen so gelangweilt an Ihren Zigaretten und kümmerten sich nur um sich.

Komisch im Provinzblatt stand doch etwas von Beschilderung und Leuten die dich einweisen.

Was soll es, dann frage ich halt mal, ob der erste Bus auch der direkte zum Zielbahnhof ist. So ohne Zwischenstopp und Bummelzug Charakter. Die beiden nickten und rauchten ohne sich weiter um mich zu kümmern weiter. Also erst mal rein in den Bus und einen Platz suchen.
Der Busfahrer, ein älterer Herr mit Hut, murmelte mir noch etwas zu, was ich aber in meinem Halbschlaf nicht verstanden habe. Sitzplätze waren ja bis jetzt noch reichlich verfügbar und eine Sauna bekam man auch noch gratis dazu. Denn die Innentemperatur lag wohl bei so gefühlten 28 Grad, was bei den winterlichen Temperaturen draußen und meiner Kleidung mit Schal etc. mir eindeutig zu warm ist.

Nun gut! Erstmal Platz genommen. Ungefähr fünf Minuten vor der regulären Abfahrt wurde der Bus dann doch noch von reichlich Passagieren geentert, sodass man nun von einer fast 100%igen Sitzplatz Ausnutzung sprechen konnte. Jetzt meldete sich auch der Busfahrer zu Wort und plärte durch Mikrofon:

Wiefil Blädz sen denn nuch frei?

Eine Antwort gab es aber keine – was aber nicht am Dialekt sondern eher an der frühen Stunde lag. Dies störte ihn aber auch nicht weiter und der Bus setzte sich auch umgehend in Bewegung. Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, das es ja eigentlich noch keine Abfahrtszeit sondern noch 3 Minuten vor gewesen ist. Aber vielleicht hatte er sich ja auch an der Uhr im Bus orientiert, denn diese ging 4 Minuten vor. 🙂

Nachdem man das Stadtgebiet verlassen hatte (was bei der Kleinstadt nicht allzu lange dauert), ging es flott auf die gering befahrene Autobahn Richtung Zielflughafen Zielbahnhof. Hier gab es keine besonderen Vorkommnisse, außer das der Bus nur gefühlt 80-90 km/h gefahren ist.  Auch hier Stand mal was in der Zeitung von Express und 100 km/h.

Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, das aus den anfänglichen 28 Grad im Laufe der Fahrt so ca. 20-22 Grad geworden sind. Hier wurde sich wohl an die DB angepasst. Denn so richtig haben die das in den Zügen ja auch nicht drauf, so mit heizen und kühlen.

Interessant wurde es als wir die Stadtgrenze der Zielstadt erreicht hatten. Denn hier wurde der Verkehr 6:20 schon dichter und die Ampeldichte ist hier auch weitaus höher. Also schlängelten wir uns langsam durch den Berufsverkehr und kamen hinter dem Bahnhof mit 1 Minute Verspätung an. Gemessen nach der richtigen Zeit nicht der im Bus 😉 Somit hatten wir ja ungefähr 4 Minuten Verspätung. Laut Planung der Bahn wird hier von 5 Minuten Umstiegszeit ausgegangen.

Kurz bevor wir den Bus dann verlassen durften konnten, gab es noch eine Ansprache vom Busfahrer.
Mit den Worten „ez hom mes a wide schafd“ entließ er uns und öffnete kurz darauf die Türen.
Jetzt ging es los mit der Drängelei! Fast so als ob eine Notevakuierung ansteht. Hier wäre ich dann auch noch fast jemanden auf den Fuß gestiegen, weil die hinteren Sitze ja als erstes aussteigen möchten und nicht auf die achten welche näher an der Tür sitzen. Aber es ging noch mal gut und wir konnten alle ohne Schrammen aussteigen. Der Zug selbst wurde auch noch erreicht, denn dieser ist auch etwas später ab gefahren.

Nun der erste Teil des SEV hat noch funktioniert.
Aber es gibt ja auch noch einen Rückweg im zweiten Teil.

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